Lupus Consulting

SAP EWM Lagerungssteuerung: POSC vs LOSC - Unterschiede und Zusammenspiel

Einleitung
Die Lagerungssteuerung in SAP Extended Warehouse Management (EWM) steuert die Reihenfolge und Ausführung von Lagerprozessen wie Einlagerung, Auslagerung und internen Umbuchungen. Sie besteht aus zwei sich ergänzenden Typen: der prozessorientierten Lagerungssteuerung (POSC) und der layoutorientierten Lagerungssteuerung (LOSC). Zusammen sorgen sie für einen effizienten, regelbasierten Materialfluss im Lager.

Kurzantwort

POSC (prozessorientiert) legt die logische Abfolge von Arbeitsschritten fest (z. B. Entladen, Zählen, Qualitätsprüfung, Einlagerung) und arbeitet ausschließlich mit Handling Units (HUs). LOSC (layoutorientiert) bestimmt die physische Route im Lager – also über welche Zwischenplätze oder Übergabepunkte ein Objekt bewegt wird. SAP EWM wertet immer zuerst POSC aus (was ist zu tun) und danach LOSC (wie wird es physisch geroutet).

SAP EWM Lagerungssteuerung Lösung

Was ist POSC? (Prozessorientierte Lagerungssteuerung)

  • Kurzbeschreibung: POSC definiert die logische Reihenfolge der Prozessschritte innerhalb eines Materialflusses.
  • Steuerungsobjekte:
    • Warehouse Process Type (WPT) — Lagerprozesstyp, relevant für Inbound-Abläufe.
    • Warehouse Order Creation Rule (WOCR) — Regel zur Erstellung von Lageraufträgen, relevant für Outbound-Abläufe.
  • Wichtiger Hinweis: POSC arbeitet ausschließlich mit Handling Units (HUs). Eine Handling Unit (HU) ist eine Verpackungseinheit, die körperliche Waren zusammenfasst und verfolgbar macht.
  • Typische Schritte unter POSC: Entladen → Zählen → Qualitätsprüfung → Einlagerung.

Was ist LOSC? (Layoutorientierte Lagerungssteuerung)

  • Kurzbeschreibung: LOSC steuert die physische Bewegung basierend auf dem Lagerlayout, indem es Zwischenlagerplätze, Identifikationspunkte oder Übergabestellen berücksichtigt.
  • Zweck: Anpassung des Materialflusses an physische Einschränkungen (z. B. Reichweite von Fördertechnik oder Staplern).
  • Beispiel: Eine Palette kann nicht direkt ins Hochregal, weil das eingesetzte Gerät es nicht erreicht; LOSC routet sie zu einem Zwischenübergabepunkt, wo ein anderes Gerät übernimmt.

Wie interagieren POSC und LOSC?

  • Reihenfolge: SAP EWM wertet POSC zuerst aus und führt die Prozesslogik aus, danach kommt LOSC zur Bestimmung der physischen Route.
  • Kombination: POSC beantwortet das "Was" (z. B. Qualitätsprüfung erforderlich), LOSC beantwortet das "Wie" (z. B. über welchen Aufzug oder Übergabepunkt zur Prüfstelle).
  • Vorteil: Trennung von Prozesslogik und physischer Umsetzung ermöglicht flexiblere, wiederverwendbare Steuerungsregeln.

Häufige Fallstricke

  • Unvollständige oder unpräzise Definition von Prozessschritten → ineffiziente Abläufe.
  • POSC ohne Handling Units konfigurieren → Fehler, da POSC HUs voraussetzt.
  • LOSC ohne Berücksichtigung physischer Einschränkungen → Aufgaben für unmögliche Bewegungen, wodurch es zu Engpässen oder Systemfehlern kommen kann.

FAQ